VOTUM KLIMA 



Unser Klima, unsere Zukunft – Ihre Entscheidung, Herr Juncker!

Luxemburg, den 9. Dezember 2009. Die 30 in der Initiative "Votum Klima" (1) zusammengeschlossenen luxemburgischen Nichtregierungsorganisationen haben heute morgen an Regierungschef Jean-Claude Juncker appelliert, sich beim EU-Gipfel am 10. und 11. Dezember für eine ambitiösere Klimaschutzpolitik der EU einzusetzen. Die Organisationen errichteten eine 2 Meter hohe Lichtinstallation vor dem Staatsministerium und wiesen damit auf die notwendigen Treibhausgas-Reduktionsziele der Industrienationen hin. Votum Klima fordert, dass die EU endlich ihre Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnehmen und sich einseitig zu weitreichenden Reduktionszielen und zur Bereitstellung umfangreicher finanzieller Mittel für die Entwicklungsländer entschließen muss. Ansonsten, so Votum Klima, sei die EU mitverantwortlich für ein mögliches Scheitern der Verhandlungen in Kopenhagen.

Vor den entscheidenden Verhandlungen Ende nächster Woche in Kopenhagen diskutieren die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Treffen am kommenden Donnerstag und Freitag in Brüssel erneut über die gemeinsame Position der EU bei den Klimaschutzverhandlungen. Die bisherigen Zusagen der EU in Punkto Treibhausgasreduktionen und Bereitstellung finanzieller Mittel sind nach Ansicht von Votum Klima jedoch völlig unzureichend und schaffen nicht die notwendigen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Abkommen in Kopenhagen. Bislang verpflichtet sich die EU zu einer Treibhausgasreduktion von lediglich minus 20 Prozent bis 2020, mit einer Option von minus 30% im Falle eines internationalen Abkommens. Dies ist aus wissenschaftlicher Sicht jedoch nicht ausreichend, um die globale Erwärmung auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen.

Außerdem hat die EU bislang keine konkreten Zusagen bezüglich der Bereitstellung von finanziellen Mitteln für die Entwicklungsländer gemacht. Diese benötigen bis 2020 mindestens 110 Milliarden Euro jährlich an öffentlichen Geldern, um die Folgen des Klimawandels zu bekämpfen und den Aufbau einer kohlenstoffarmen Gesellschaft zu ermöglichen. Klimakatastrophen treffen arme Bevölkerungsgruppen besonders hart, obwohl gerade sie am wenigsten zur Verursachung dieser Phänomene beigetragen haben. Ihnen muss daher ganz besonders Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels gewährt werden.

"Das globale Pokerspiel um ein Kyoto-Nachfolgeabkommen wird mit extrem hohen Einsätzen gespielt: 6,5 Milliarden Menschen werden zu den Verlierern gehören, wenn Kopenhagen scheitert", sagt Martina Holbach, Koordinatorin von Votum Klima. "Die Potentiale für ein ambitiöses, gerechtes und rechtlich verbindendes Abkommen sind jedoch noch nicht ausgeschöpft. Wir appellieren an Premierminister Jean-Claude Juncker, sich beim EU-Gipfel für weitreichende, unilaterale Reduktions- und Finanzierungsziele der EU einzusetzen."

Laut Votum Klima müssen die Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfeltreffen einseitig eine Reduktion der Treibhausgase um 40% bis 2020 beschließen. Ein solcher Beschluss könnte auch die Positionen Chinas und der USA positiv beeinflussen. Neben einem weitreichenden Treibhausgas-Reduktionsziel muss Europa sich, zusätzlich zur offiziellen Entwicklungshilfe, einseitig zur Zahlung von mindestens 35 Milliarden Euro pro Jahr bis 2020 an öffentlichen Geldern verpflichten.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der britische Ökonom Sir Nicolas Stern die EU dazu aufgefordert, unilateral eine Treibhausgasreduktion von minus 30% zu beschließen (2). Gestern hatte der britische Regierungschef Gordon Brown sich ebenfalls für eine unilaterale Erhöhung des EU-Ziels von –20% auf –30% ausgesprochen (3).

Votum Klima richtet desweiteren einen Appell an die beiden Minister Claude Wiseler und Marco Schank, mit einer positiven Nachricht aus Luxemburg nach Kopenhagen zu reisen. "Wir hoffen, dass die gesamte luxemburgische Delegation sich für eine Reduzierung der europäischen Treibhausgasemissionen um 40% einsetzt und ihre europäischen Partner dazu ermutigt, die Entwicklungsländer konsequent mit finanziellen Mitteln zu unterstütze", so Martina Holbach.

Weitere Informationen:
Martina Holbach, Tel. 54 62 52 24 / 621 233 362
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(1) Aide à l'Enfance de l'Inde, Aktioun Öffentlechen Transport, Amnesty International Luxembourg, Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés (ASTI), Action Solidarité Tiers Monde (ASTM), Attac, bioLABEL, Église Catholique à Luxembourg, Bridderlech Deelen, Caritas Luxembourg, Cercle de Coopération, Conférence Générale de la Jeunesse Luxembourgeoise, Comité de Liaison des Associations d'Etrangers (CLAE), Demeter Bond Lëtzebuerg, etika - Initiativ fir Alternativ Finanzéierung, European Anti Poverty Network (EAPN) Lëtzebuerg, Eurosolar Lëtzebuerg, Frères des Hommes, Greenpeace Luxembourg, Handicap International, d'Haus vun der Natur, Fondation Hëllef fir d'Natur, Kommission Justitia et Pax, Lëtzebuerger Natur- a Vulleschutzliga, Lëtzebuerger Velos-Initiativ, Mouvement Écologique, Natura, SOS Faim Luxembourg, TransFair-Minka, UNICEF.

(2) http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/8389017.stm

(3) http://www.guardian.co.uk/environment/2009/dec/07/gordon-brown-eu-emissions-cuts



Reportage RTL Télé Lëtzebuerg:
http://tele.rtl.lu/waatleeft/videoarchiv/v/20091209/3/10012619/


(25.2.2010)

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